Zwangsstörungen
Zwangsgedanken und Zwangshandlungen kosten enorm viel Kraft und Zeit. In der Verhaltenstherapie lernen Kinder und Jugendliche Schritt für Schritt, dem Zwang etwas entgegenzusetzen und wieder mehr Freiheit im Alltag zu gewinnen.
Der Zwang ist ein Tyrann. Wir holen die Kontrolle zurück.
Bei Zwangsstörungen drängen sich wiederholt unangenehme Gedanken auf, die starke Ängste oder Anspannung auslösen. Um diese zu lindern, führen Betroffene bestimmte Handlungen aus.
Ob ständiges Händewaschen, Wiederholen von Sätzen, Kontrollieren von Türen oder Zählen: Die Rituale bringen nur kurze Erleichterung und verstärken den Zwang langfristig. Mit der Exposition mit Reaktionsverhinderung (EMR) – dem Goldstandard der Verhaltenstherapie – lernen Kinder, der Anspannung standzuhalten, bis sie von allein nachlässt.
„Zwänge täuschen Gefahren vor – gemeinsam decken wir diesen Bluff auf.“
Zwangsgedanken vs. Zwangshandlungen
Zwangsstörungen setzen sich aus zwei Komponenten zusammen, die sich gegenseitig verstärken:
Zwangsgedanken (Obsessionen)
Aufdringliche, quälende Gedanken, Bilder oder Impulse, die sich wiederholt aufdrängen und große Angst oder Anspannung auslösen:
- • Angst vor Schmutz, Keimen oder Ansteckung
- • Befürchtung, dass Angehörigen etwas Schlimmes zustößt
- • Quälender Drang nach Symmetrie, Ordnung oder Exaktheit
Zwangshandlungen (Rituale)
Wiederholte Handlungen oder gedankliche Rituale, die ausgeführt werden, um die Angst kurzfristig zu neutralisieren:
- • Exzessives Händewaschen, Duschen oder Putzen
- • Mehrfaches Kontrollieren von Schlössern, Fenstern oder Herden
- • Zählen, Berühren, Wiederholen von Wörtern oder Einbindung der Eltern
Wichtiger diagnostischer Hinweis
Bitte beachten Sie: Die hier aufgeführten Anzeichen dienen lediglich als erste Orientierungshilfe. Das Vorliegen einzelner Merkmale bedeutet nicht automatisch, dass Ihr Kind von einer Zwangsstörung betroffen ist. Eine zuverlässige und gesicherte Diagnose kann ausschließlich durch eine umfassende klinische Abklärung bei einem qualifizierten Spezialisten (wie einem Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder Facharzt) gestellt werden.
Die Verhaltenstherapie bei Zwängen
Mit der nachgewiesenermaßen wirksamsten Methode entmachten wir den Zwang schrittweise:
Psychoedukation & Vorbereitung
Gemeinsam decken wir die Auslöser und den Teufelskreis des Zwangs auf. Das Kind lernt: "Der Zwang schlägt falschen Alarm."
Exposition & Reaktionsverhinderung
Behutsames Aufsuchen angstauslösender Situationen, ohne das gewohnte Ritual auszuführen (EMR). Das Kind erfährt: Die Anspannung sinkt von ganz allein.
Entlastung der Familie
Eltern lernen, wie sie schrittweise aus der Rückversicherung und den Ritualen des Kindes aussteigen, ohne Konflikte zu schüren.
Häufige Fragen
Gut zu wissen
Antworten auf wichtige Fragen von Eltern zum Thema Zwangsstörungen:
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Ja. Die Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen wird von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.
Gehen Zwänge von alleine wieder weg?
Leider nein. Unbehandelt neigen Zwangsstörungen dazu, sich im Laufe der Zeit auszuweiten. Eine frühzeitige Verhaltenstherapie bietet jedoch hervorragende Erfolgschancen.
Gefangen in Zwängen und Ängsten?
Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch. Gemeinsam gehen wir den ersten Schritt.